Permablitz in Kärnten!

Am Wochenende vom 21./22. Oktober 2017 fand in Niederdörfl bei St. Margareten im Rosental das erste Permablitz des Projektes ‘Kofler Kali’ (http://www.regenerationhub.co/en/projects/1233-kofler-kali/), was den Umsetzungsstart des während dem kärntner Permakulturzertifikatskurs 2017 entstandenen Designs bedeutete.

HeaderPermablitz

Dabei ging es einerseits um die Entstehung eines lebendigen Weidenzaunes, der den Gemüsegarten von der Bundestraße trennen sollte. Diese Aktion fand an einem schönen sonnigen Samstag mit Hilfe von 12 motivierten Teilnehmern statt. Mit den erstem Morgenlicht kamen schon die erste Helfer an, doch erst als sich die träge Herbst-Sonne hinter dem Hochobir blicken ließ, fing es richtig an. Als erstes machten wir uns auf zu einem schönen Spaziergang durch die Gegend Richtung Bach, wo sich mehrere ausgewachsene Weiden befanden. Nach den Einsammeln und Aufbereiten von etwa 120 geeigneten Ästen, ging es wieder zurück zum ‘Kofler’, wo uns ein leckeres Mittagessen im Freien erwartete.

Dank der Erfahrung von Julian und Eva vom Verein ALLES (Alternative Lebensweisen für Langfristige Entwicklungen von Synergien)( https://www.facebook.com/ALLESVerein/ ) ging es nach der gemütlichen Mittagspause ziemlich flott mit den Einstecken und Weben des Zaunes. Das Resultat war ein wunderschöner ~20 Meter langer Weidenzaun, der uns alle ungeduldig auf sein Austreiben im Frühling warten lässt.

Es blieb noch Zeit für eine lange Abschiedsrunde für diejenigen, die schon am Samstag den Heimweg fanden. Da Regen für den folgenden Tag angesagt war, wurde abends schon mit den Vorbereitungen für das Mulch-Beet begonnen.

Der Sonntag war wie erwartet ziemlich regnerisch, was uns nicht daran hinderte, draußen noch wichtige Aufgaben zu erledigten. So pflanzten wir etwa zwei Apfelbäume und einen Birnenbaum, sowie mehrere Beerensträucher, die weitere Bereiche des Grundstückes eingrenzen sollen. All diese Pflanzen waren ein Geschenk von der Gemeinschaftskooperative am Stopar Hof im benachbarten Bad Eisenkappel. Dieser Hof ist Teil der internationalen Kooperative Longo Mäi (https://www.prolongomai.ch/die-kooperativen/oesterreich/).

Komplett durchnäßt eilten wir zur Wärme des Holzofens in der bequemen Küche, wo noch eine Weile gequatscht wurde, während wir Roggenkörner aus der eigenen Produktion putzten. Das geplante Mulch-Beet wurde in den folgenden Tagen von Mario und Idoia fertig gestellt.

Es war insgesamt ein sehr produktives und schönes Wochenende, begleitet von lieben Menschen, denen wir sehr dankbar sind für die gemeinsame Zeit und die unschätzbare Hilfe.

Wer freuen uns schon auf die nächste PermaAktion

Mario und Idoia

(Bilder: Lisa Engel, Mario Molina-Kescher/Idoia Nebreda)

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Workshop-Wandeltag

Von C02-negativ kochen bis Familienkontaktimpro – ein Rückblick

An einem wunderschönen sonnigen Septembermorgen, genauer gesagt am 23.9., fanden sich etwa 20 Menschen auf dem Platz von Richard Schwarz bei Zweikirchen ein.

Für manche war es ein freudiges Wiedersehen nach dem Permakulturkurs im Sommer, für andere ein erstes Kennenlernen. Geboten wurden vier spannende und inspirierende Workshops – Herstellung von Pflanzenkohle/Terra Preta (Cristof), Kreatives Schreiben mit Naturmaterialien (Betty), die Familienkontaktimprotechnik „Flip Flow“ (Bea) und Entscheidungsprozesse in Gruppen (Allma).

Dabei ging der Pflanzenkohleworkshop langsam aber sicher in eine sehr amüsante Kochshow über. Der von Cristof aus alten Speisefettdosen gebaute Ofen, der sogenannte „Cristove“, wurde kräftig befeuert und damit gleich das Mittagessen für alle gekocht. Der Gemüseeintopf wurde zugegebenermaßen zwar schon am E-Herd vorbereitet, der „Cristove“ brachte den großen Topf aber rasch wieder zum Kochen.

Diesen anregenden Tag beschlossen wir abends am Lagerfeuer in gemütlicher Runde, mit interessanten Gesprächen und feinem Essen. Insbesondere konnten wir die reiche Beute eines spontanen Schwammerlsuchworkshops mit der Biologin Miriam genießen, war doch der Wald voll mit Maronenröhrlingen.

Auch die Kinder hatten an diesem Vernetzungstag eine schöne gemeinsame Zeit, in der sie viel zusammen spielen und sich ebenfalls kennenlernen konnten.

Als Ergebnis dieses Tages stand der allseitige Wunsch, derartige Veranstaltungen öfters zu organisieren. Die nächste Aktion steht bereits fest – ein „Permablitz“ am 21. und 22. 10. bei St.Margareten im Rosental – mehr dazu bald.

(Bilder: Lisa Engel)

Betty Quast

Nach dem Kurs ist vor dem Kurs!

Von 21. bis 30. Juli fand bei Zweikirchen /Kärnten ein Permakulturzertifikatskurs statt. Der Kurs wurde von der kärntner Regionalgruppe der aktivistischen österreichischen Klimagerechtigkeitsbewegung „System Change not Climate Change“ (SCnCC) und dem Kärntner Verein „ALLES – Alternative Lebensweisen zur langfristigen Entwicklung von Synergien“ organisiert.

Die Organisator*Innen vereinte das Anliegen, in Kärnten einen Permakulturkurs zu finanziellen Konditionen anzubieten, die niemanden von einer Teilnahme ausschließen. Damit wollen wir einerseits die Verbreitung permakulturellen Wissens in der Region befördern, andererseits geht es uns darum, den Bewegungscharakter der Permakultur in Kärnten zu stärken, um so den gesellschaftlichen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit und ökosozialer Gerechtigkeit voranzutreiben.

Artikelbild

Nachdem der Kurs im Vorjahr knapp nicht zustande gekommen war, hat es nun geklappt und die Mühe der Vorbereitungsarbeiten hat sich gelohnt: Auf dem gemütlichen Platz von Richard Schwarz bei Zweikirchen kamen 13 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen, wie beispielsweise Landwirtschaft, Kommunalpolitik, Industriedesign und Klimaforschung, aber auch Aktivist*Innen von SCnCC aus Graz und eine Aktivistin der Züricher Transition-Bewegung waren dabei.

Hauptreferent des Kurses war der erfahrene kroatische Permakulturlehrer Ivan Gregov, der die dortige Permakulturbewegung maßgeblich mit aufgebaut hat. Gregov legte die theoretischen Grundlagen der Permakultur in seinen Unterrichten zum Zustand unserer Zivilisation, zu Prinzipien der Permakultur, Waldgärten, Wassersystemen, nachhaltigen Bautechniken und Energiesystemen, und vielem mehr. Als akademischer Designer konnte er dabei die von ihm referierten Inhalte graphisch wunderbar darstellen, mit Schaubildern, die er gleichzeitig in seinem Unterricht entstehen ließ.

Unterstützt wurde Ivan Gregov von Damir Šeler, der seine fundierten Kenntnisse der Boden- und Pflanzenkunde auf sehr unkonventionelle und entspannte Art näherbrachte.

In den praktischen Einheiten legte die Gruppe Mulchbeete an, erkundete Wildkräuter und entnahmen Bodenproben. Bei einer Exkursion zum Vereinsgarten von ALLES nach Wernberg wurde eine sogenannte „Benjeshecke“ angelegt und mit dem Bau einer Solardusche begonnen.

Die letzten Tage waren, unter der Leitung von Ivan Gregov, der Designübung gewidmet. Dabei arbeiteten die Teilnehmer*Innen in Kleingruppen Designs zu drei spannenden Permakulturprojekten in Kärnten aus, die sich anschließend im Plenum präsentierten.

Kulinarisch verwöhnte den Kurs Mirjana Gregov, die mit viel Einsatz und Geschick vegane Köstlichkeiten auf den Tisch zauberte.

Und nicht zuletzt trugen die stimmungsvollen Runden am Lagerfeuer im Tipi, mit philosophischen Gesprächen bis tief in die Nacht, zu einem gelungenen Gruppenprozess bei.

Die abschließende Runde am Sonntag, den 30. Juli, an der auch die feldkirchner Permakulturdesignerin Alexandra Margarita Sacher-Santana teilnahm, erbrachte viele Ideen und den Wunsch, gemeinsam weiterzumachen – im Zusammenwirken mit bereits in Kärnten bestehenden permakulturellen Bestrebungen und in der Hoffnung, dass hierzulande noch einige Projekte gemeinsam umgesetzt werden.

Eines ist für die Organisator*Innen von „ALLES“ und „System Change“ bereits klar – nächstes Jahr wollen sie wieder einen Kurs auf die Beine stellen! 30 Kursplätze stehen zur Verfügung, um in Kärnten eine breite Bresche für die Permakultur zu schlagen, und im besten Fall mehrere lokale Gruppen in verschiedenen Teilen Kärntens entstehen zu lassen. Wiederum sollen die finanziellen Konditionen niemanden von einer Teilnahme abhalten!

Thomas Moritz

Permakulturveranstaltungen in Kärnten

Wir – System Change not Climate Change Kärnten/Koroška und ALLES (Alternative Lebensweisen für langfristige Entwicklungen von Synergien) – organisieren für Juli 2017 zwei, einander ergänzende, permakulturelle Bildungsveranstaltungen:

  • einen Permakulturzertifikatskurs mit kroatischen Permakulturlehrer*Innen in Liebenfels/Kärnten von 21.-30.7.2017 und
  • ein dreitägiges Praxismodul in Wernberg/Kärnten von 30.7.-3.8.2017.

Hier die Links zu den Facebookveranstaltungen zum Permakulturzertifikatskurs und zum Praxismodul.

Zweck unseres Tuns ist es, permakulturelles Wissen zu verbreiten, und zum Entstehen und Wachsen einer Permakulturbewegung in Österreich beizutragen. Wir finden, daß das Werkzeug “Permakultur” Menschen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten zugänglich sein soll, und so sind wir bemüht, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren. Insbesonderer der Permakulturzertifkatskurs ist in diese Richtung konzipiert – inklusive Kost und Logis haben wir einen Kostenbeitrag von

€ 460,- 

kalkuliert. Eine derart günstige Gelegenheit, den Kurs zu absolvieren, dürfte in Österreich selten sein. Bei entsprechender Anmeldungslage gibt es im Bedarfsfall noch Spielraum. Sollte ein finanzieller Überschuß entstehen, so wird dieser zur Gänze an “System Change not Climate Change” gehen.

Niemand soll durch finanzielle Barrieren davon ausgeschlossen sein, dieses Wissen zu erwerben und anzuwenden.

Eine andere Welt ist pflanzbar, und Geld soll uns nicht davon abhalten!!!